GÖTTINGEN / MUNSTER. Am Samstag, den 18. April 2026, starteten die Orientierungsläufer der Eintracht Munster 2020 beim Göttinger Doppelsprint in die neue Saison. Die Athleten Olaf Handtrack, Laura Ulbricht und Andreas Katschanow sahen sich mit einem besonders kniffligen Format konfrontiert: Zwei extrem schnelle Sprints im Stadtgebiet, die völlig unterschiedliche Anforderungen an die Navigationsleistung stellten.
Zwei Läufe – Von „Freier Bahn“ zu „Sperrzone“
Der Wettbewerb fand primär in städtisch geprägtem Gelände statt, wobei die Schwierigkeit im Laufe des Tages massiv zunahm:
Der Vormittag stand im Zeichen der Geschwindigkeit. In einem komplexen Wohngebiet mussten die Läufer die schnellsten Verbindungen zwischen den Posten finden. Da es keine künstlichen Hindernisse gab, zählte hier vor allem die physische Schnelligkeit und ein scharfes Auge für die Durchläufe zwischen den Gebäuden.
Für den zweiten Lauf verschärften die Organisatoren die Bedingungen. Während der Start im Bereich des Stadtwaldes erfolgte, führte die Route erneut in bebautes Gebiet – diesmal jedoch mit künstlichen unpassierbaren Straßensperren. In Sekundenbruchteilen mussten die Munsteraner Läufer ihre Routenplanung komplett umstellen und weite Umwege in Kauf nehmen, um die Sperren regelkonform zu umlaufen.
Starke Bilanz in der Gesamtwertung
Die Addition beider Laufzeiten entschied über die Platzierung. Das Team aus Munster bewies dabei eine enorme mentale Stärke bei sehr hohem Tempo:
Olaf Handtrack (H45): In der Kategorie H45 ging Olaf Handtrack an den Start. Er trotzte den zusätzlichen Höhenmetern im Stadtwald-Abschnitt des zweiten Laufs und behielt im hohen Tempo des Stadtgebiets stets die Übersicht. In der Gesamtwertung beider Sprints erkämpfte er sich nach zwei konzentrierten Läufen den beachtlichen 8. Platz.
Laura Ulbricht (D19K): In der Kategorie Damen 19 Kurz behielt Laura Ulbricht über den gesamten Tag den Fokus. Sie meisterte den Übergang vom freien Stadtlauf am Vormittag zum taktischen Kurs mit Straßensperren am Nachmittag souverän und sicherte sich in der Endabrechnung einen hervorragenden 4. Platz.
Andreas Katschanow (H35): Andreas Katschanow bewies in der Altersklasse H35 sein taktisches Geschick. Er fand auch unter dem extremen Zeitdruck des Sprints die effizientesten Umgehungen im urbanen Raum und belegte nach einer starken läuferischen Leistung den hervorragenden 5. Platz.
„Die künstlichen Sperren im zweiten Lauf haben das Ganze zu einem echten Taktikspiel gemacht“, resümierte das Team. Es waren zwei sehr schnelle Läufe, die den Athleten physisch alles abverlangten und keinen Spielraum für Fehler ließen. Mit drei Top-10-Platzierungen im Gepäck ist der Saisonauftakt 2026 für Eintracht Munster mehr als gelungen, zumal wichtige Punkte für die nationale Parktour und die Landesrangliste gesammelt werden konnten.
Text und Bild: Olaf Handtrack
Stellen Sie sich vor, Sie stehen mitten im Wald. Ihr Puls rast, die Lungen brennen, und vor Ihnen gabelt sich der Pfad in drei Richtungen. Sie haben keine Wegweiser, keine Bodenmarkierungen und kein GPS. In Ihrer Hand halten Sie nur eine bunte Karte und einen Kompass. Willkommen in der Welt des Orientierungssports – einer Disziplin, die weit mehr ist als nur ein gewöhnlicher Waldlauf.
Das Prinzip: Die Schatzsuche im Renntempo
Orientierungslauf (OL) ist im Grunde die sportlichste Form einer Schatzsuche. Das Ziel ist simpel, aber fordernd: Eine Reihe von Kontrollpunkten, die sogenannten Posten, müssen im Gelände in einer fest vorgegebenen Reihenfolge angelaufen werden. Die Standorte sind auf einer speziellen Orientierungslaufkarte eingezeichnet. Wer die gesamte Bahn am schnellsten absolviert, gewinnt.
Dabei nützen die schnellsten Beine wenig, wenn der Kopf den Weg nicht findet. Deshalb wird OL oft als „Schach im Laufen“ bezeichnet. Während die Athleten mit Höchstgeschwindigkeit durch Unterholz oder über Gräben sprinten, müssen sie in Sekundenbruchteilen komplexe Entscheidungen treffen.
Vielfalt ohne Grenzen: Von Ski bis Mountainbike
Der klassische OL zu Fuß im Wald ist nur eine Facette. Der Orientierungssport bietet spezialisierte Disziplinen für jede Vorliebe:
MTBO (Mountainbike-Orienteering): Hier wird die Route auf dem Rad in rasantem Tempo durch das Wegenetz geplant.
Ski-Orientierungslauf: Die winterliche Variante, bei der Loipennetze zur navigations-technischen Herausforderung werden.
Trail-O: Eine Variante, bei der es nicht auf die Laufgeschwindigkeit, sondern ausschließlich auf die präzise Kartenlesekunst ankommt – ideal auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen.
Die Ausrüstung: Hightech trifft Tradition
An jedem Posten im Gelände befindet sich ein orange-weißer Postenschirm. Dort quittiert der Läufer seine Anwesenheit kontaktlos mit einem elektronischen Chip. Zur Unterstützung hilft die Postenbeschreibung, die den Standort (z. B. „Felsfuß, Ostseite“) exakt erläutert. Als wichtigstes Werkzeug dient dabei ein spezieller OL-Kompass.
Das Faszinierende am OL ist seine Inklusivität. Da die geistige Leistung (das Navigieren) genauso schwer wiegt wie die körperliche, haben oft auch langsamere Läufer gute Siegchancen, wenn sie die Route geschickt wählen.
Für alle, die diese Sportart selbst einmal ausprobieren möchten, gibt es eine lokale Anlaufstelle: Die Eintracht Munster 2020 e.V. bietet O-Sport aktiv an. Hier können Interessierte unter fachkundiger Anleitung lernen, wie man Karte und Kompass im Gelände meistert und die Natur aus einer völlig neuen Perspektive erlebt.
Was lokal in Vereinen wie der Eintracht Munster beginnt, reicht bis in den Profisport. Bundesweit wird in allen Altersklassen um Bundesranglistenpunkte und Deutsche Meisterschaftstitel gekämpft. International messen sich Vollprofis bei Welt- und Europameisterschaften oder bei riesigen Mehrtagesläufen, die tausende Teilnehmer aus der ganzen Welt anlocken.
Wer einmal das befriedigende Gefühl erlebt hat, nach Kilometern durch dichtes Grün punktgenau auf einen versteckten Posten zu treffen, weiß: Orientierungslauf ist nicht nur Sport – es ist die Freiheit, seinen eigenen Weg zu finden.
Text und Bilder: Olaf Handtrack



Im Rahmen der NDR-Sendung „Und: Action!“ war Jan Bockemüller bei den „The Line Walkern“ der Eintracht Munster 2020 e.V. zu Gast. Dabei stellte er sich einer besonderen Herausforderung: dem Line Dance. Unter Anleitung der Übungsleiterinnen erlernte er zunächst die Grundschritte und erarbeitete sich mit der Gruppe anschließend Schritt für Schritt eine komplette Choreografie. Für den Moderator bedeutete dies einen Einblick in eine Tanzform, die Konzentration, Rhythmusgefühl und Koordination gleichermaßen verlangt. Der eigens einstudierte Tanz blieb jedoch nicht nur Teil der Dreharbeiten. Im Anschluss wurde die Choreografie bei der Party der „The Line Walker“ mit allen Anwesenden getanzt und bildete so zugleich die offizielle Eröffnung des Abends. Für die Besucherinnen und Besucher war dies ein gelungener Auftakt, der Fernsehproduktion und Vereinsleben auf besondere Weise miteinander verband. An der nach dem Dreh veranstalteten Party nahmen insgesamt 135 Tänzerinnen und Tänzer aus 15 verschiedenen Line-Dance-Gruppen teil. Damit wurde deutlich, welchen Stellenwert die Veranstaltung innerhalb der regionalen Tanzszene einnimmt. Auf dem Programm standen zahlreiche Tänze, sodass erfahrene Tänzerinnen und Tänzer im Laufe des Abends auf bis zu 90 Tänze kommen konnten. Entsprechend groß war die Begeisterung auf der Tanzfläche, auf der sich vom ersten bis zum letzten Tanz ein lebendiges Bild bot. Doch nicht nur routinierte Tänzerinnen und Tänzer kamen auf ihre Kosten. Auch für Überraschungen war gesorgt: Mit einem zusätzlichen Workshoptanz wurde den Partygästen die Möglichkeit geboten, eine neue Choreografie zu erlernen und direkt auszuprobieren. Dieses sorgte für Abwechslung und wurde von vielen Gästen gerne angenommen. Für die „The Line Walker“ war es ein ereignisreicher und zugleich intensiver Tag, der gegen Mitternacht sein Ende fand. Die Kombination aus Fernsehaufzeichnung, gemeinsamem „Auftritt“ und anschließender Party machte die Veranstaltung zu einem besonderen Erlebnis für alle Beteiligten. Neben der Freude am Tanzen stand vor allem das Gemeinschaftsgefühl im Mittelpunkt, das den Line Dance seit jeher prägt und auch an diesem Abend deutlich spürbar war. Für Interessierte ist der Bericht in der ARD-Mediathek unter dem Suchbegriff „Und: Action!“ Line Dance abrufbar.
Text und Bildrechte: Andreas Handtke
Nienburg/Munster: Mit Beginn des Jahres 2026 hat die regionale Leichtathletik-Szene ein neues Aushängeschild: Die Sparten des TKW Nienburg und der Eintracht Munster haben sich in den Schüler- und Jugendklassen zu einer Startgemeinschaft (StG) zusammengeschlossen. Ziel dieser Kooperation ist es, bei Staffel- und Teamwettbewerben schlagkräftiger aufzutreten und durch gemeinsames Training voneinander zu profitieren.
Trainingseinheit in Munster setzt Impulse
Nach erfolgreichen Auftakt-Terminen im März in Rethem/Aller und im Nienburger Stadion folgte am vergangenen Samstag, den 11. April 2026, das nächste Highlight: Ein intensives Gemeinschaftstraining in Munster/Örtze.
Im Fokus dieser Treffen steht nicht nur die sportliche Leistung, sondern vor allem das Teambuilding. Die Athletinnen und Athleten sollen über Vereinsgrenzen hinweg als Einheit zusammenwachsen. Nur durch diese enge Verzahnung kann die nötige Sicherheit und Harmonie erreicht werden, die für eine erfolgreiche Freiluftsaison 2026 entscheidend ist.
Technik vor Kraft: Der Fahrplan der Trainer
Das Trainerteam verfolgt dabei eine klare Strategie: Zuerst werden die technischen Feinheiten, wie etwa die Staffelstab-Übergaben, erarbeitet, bevor in einem zweiten Schritt die konditionellen Aspekte für die Mannschaftswettbewerbe aufgebaut werden.
Die Coaches Kathleen Soltysiak und Ute Gantenberg (TKW Nienburg) sowie Björn Edelmann (Eintracht Munster) zeigen sich beeindruckt von den bisherigen Leistungen ihrer Schützlinge. Sie betonten, dass die Harmonie im Team bereits jetzt stimme und sie voller Zuversicht auf die kommenden sportlichen Herausforderungen blicken würden. Man sei sich sicher, dass sich hier in den nächsten Jahren gemeinsam etwas Bedeutendes entwickeln könnte.
Die Feuertaufe der starken Allianz lässt nicht lange auf sich warten: Ende April wird die neue Startgemeinschaft beim Sportfest in Uchte Premiere feiern. Dort werden die jungen Sportlerinnen und Sportler erstmals in der Staffel ihre Form unter Beweis stellen.
Auch die Spartenleiter Olaf Handtrack (Munster) und Thorben Hamfler (Nienburg) stehen voll hinter dem Projekt. Sie begleiten die Kooperation auf organisatorischer Ebene, um das Projekt langfristig zu stabilisieren und dem Leichtathletik-Nachwuchs in der Region eine starke Perspektive zu bieten.
Text: Olaf Handtrack
Klecken/Munster - Am vergangenen Sonntag, den 12.04.2026, verwandelten sich die verwinkelten Gassen von Klecken im Landkreis Harburg in ein anspruchsvolles Testgelände für die Orientierungsläufer des Team Eintracht Munster 2020 e.V.. Im Rahmen der „Trainingsserie Nord“ nutzten die Athleten das Village Race nicht für die bloße Jagd nach Sekunden, sondern als taktische Generalprobe unter Wettkampfbedingungen.
Die Herausforderung war groß: Auf Sprint-OL-Karten im Maßstab 1:4000 mussten die Läufer in Sekundenbruchteilen entscheiden, welche Route durch die Ortschaften von Rosengarten die schnellste ist. Dabei war höchste Disziplin gefragt, denn ein falscher Schritt über eine Mauer, eine Hecke oder eine violett schraffierte Verbotszone hätte eine Disqualifizierung bedeutet.
Das Team aus Munster stellte sich dieser Aufgabe mit Bravour:
Laura Ulbricht zeigte auf der Bahn A eine konzentrierte Leistung. Sie navigierte sich sicher durch die 14 Posten und brachte den Trainingslauf nach 2,2 km in starken 23:41 min ins Ziel.
Andreas Katschanow und Olaf Handtrack wagten sich an die deutlich komplexere Bahn B. Auf den 4,6 km mussten sie nicht nur 22 Posten finden, sondern beim „Mapflip“ (Kartenwechsel) blitzschnell umdenken, um den Rhythmus nicht zu verlieren. Andreas meisterte diese mentale Hürde perfekt und beendete seine Einheit nach nur 33:51 min. Olaf nutzte die anspruchsvolle Strecke, um unter realem Zeitdruck an seiner Routine zu feilen und wertvolle Erkenntnisse für die kommenden Saison-Highlights zu sammeln.
Das Village Race bot durch mehrfach anzulaufende Posten eine besondere technische Finesse. Jedes Mal musste erneut gelocht werden – ein ultimativer Test für die Konzentration. Nichtsdestotrotz: Die Formkurve der Munsteraner zeigt steil nach oben, und die technische Basis für die großen Herausforderungen der Saison 2026 steht felsenfest.
Text und Foto: Olaf Handtrack
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